WMX Motocross Profi Larissa Papenmeier #423 im Interview

Larissa Papenmeier #423 | Foto: YVYPYX

Larissa Papenmeier #423 | Foto: YVYPYX

Larissa Papenmeier #423 war schon Vize-Weltmeisterin im Motocross und fährt in der WMX weiterhin ganz vorne mit. GirlsOnBikes hatte die Chance, die talentierte Motocross Fahrerin im Rahmen eines Interviews näher kennen zu lernen.

Larissa, Du fährst seit über 20 Jahren Motocross, also schon von klein auf. Wie bist du denn damals auf die Idee gekommen, Dich aufs Bike zu setzen?

Meine Familie hatte nie wirklich was mit Motocross zu tun. Ich habe es bei einem Bekannten gesehen und dachte mir, wenn ich mal groß bin mache ich das auch. 😉 Naja, dann hab ich zufällig in einem Schaufenster bei einem Motorradgeschäft ein kleines Motorrad gesehen. Ich habe mich direkt drauf gesetzt und fand es passend. Meine Mutter war nicht so begeistert davon… Ich habe auch über ein Jahr lang durchgehend davon gesprochen und wirklich genervt. 😛 Und mit 5 Jahren, habe ich dann beim Versteck-Spiel ein kleines Motorrad gefunden. Und da ging es dann los und es konnte mich keiner mehr davon abhalten. 😉

 

Seitdem ist viel passiert. Was waren die bedeutendsten Titel in Deiner Karriere bis dato?

Der wichtigste Titel war eigentlich Vizeweltmeisterin 2009. Da bin ich meinem Traum sehr nahe gekommen und es war einfach ein schönes Gefühl. Natürlich sind einzelne Rennen oder auch Siege immer sehr bedeutend. 🙂

 

 

Du bist ja schon ganz schön rum gekommen. Was war denn das schönste und für Dich einprägsamste Erlebnis deiner Karriere?

Mmmh… es ist eigentlich in jedem Land immer etwas anderes. Sehr beeindruckend finde ich es in den USA wie groß der Sport dort ist. Aber in Thailand z.B. dagegen ist es etwas ganz anderes. Es hat dort auch sehr viel Spaß gemacht, aber es ist auf jeden Fall sehr hart bei so tropischen Temperaturen zu fahren. 😉


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Vom 27.08.16 – 28.08.16 hast du in Assen in der WMX um Platz 3 in der Weltrangliste gekämpft. Wie ist das Rennen für Dich verlaufen?

Das Rennen in Assen war ein sehr hartes Rennen. Es war sehr tiefer Sand und es hat dann auch noch angefangen zu regnen. Für den zweiten Lauf lag ich auf Platz 4 in der Meisterschaft mit 5 Punkten Rückstand. Ich wusste, dass ich hier einfach erstmal nur ins Ziel kommen muss. Die erste Runde lief schon sehr schlecht und ich bin mit sehr vielen anderen Mädels in der Anfahrt von einem Sprung hängen geblieben. Es dauerte ca. 5 Minuten. Das „Gute“ war, dass meine größte Konkurrentin die auf Platz 3 in der Meisterschaft lag auch dort hängen blieb. Ich habe alles gegeben, um mein Bike dort hoch zu kriegen. Nach einiger Zeit habe ich es geschafft… zwar fix und fertig, aber ich konnte weiter fahren. Eine Runde später sah ich das Kiara Fontanesi (meine Konkurrentin) immer noch dort fest hing. Also konzentrierte ich mich darauf, einfach nur ins Ziel zu kommen, um mehr als 5 Punkte zu bekommen. Auf Platz 10 kam ich durchs Ziel und hab somit genug Punkte gehabt um mir den 3. Platz in der Weltmeisterschaft zu sichern.

Das war ein sehr schöner Moment und ich habe mich sehr gefreut, da es über meinen Erwartungen lag. 🙂 (Mein Ziel war Top 5).

 

 

Was gefällt Dir eigentlich am Motocross fahren am meisten und wie viel Zeit verbringst du auf dem Motorrad?

Am meisten gefällt mir der Adrenalin „Kick“. Egal ob am Start oder auch beim fahren. Man entwickelt einen unglaublichen Ehrgeiz um weiter nach vorne zu kommen.

Leider verbringe ich nicht so viel Zeit auf dem Motorrad, da ich ganz normal arbeite und es unter der Woche dann fast unmöglich ist mit dem Bike zu trainieren. Aber sonst sitze ich eigentlich jedes Wochenende auf dem Motorrad. 🙂

 

Stürze muss man beim Motocross ja bekanntlich einkalkulieren. Hast Du Dich denn schon mal schwerer verletzt? Und wenn ja, war es für Dich danach ein komisches Gefühl, wieder aufs Bike zu steigen?

Ja, Verletzungen gehören leider dazu. Ich hab mir schon zwei mal das Schien-und Wadenbein gebrochen und letztes Jahr habe ich mir einen Wirbel gebrochen. Es ist jedes Mal hart wieder von einer Verletzung zurück zu kommen. Aber sobald es einem schon etwas besser geht, fängt man an die Tage zu zählen, wann man endlich wieder fahren kann. 😉 Um wieder auf den Speed zu kommen, wo man vorher war, dauert es ein bisschen. Man ist sehr zurück haltend am Anfang, aber das wird bei jedem Mal fahren besser.

Wie bereitest Du Dich auf Deine Rennen vor und was ist Dir dabei besonders wichtig?

Ich versuche einfach so viel wie möglich auf dem Bike zu trainieren. Ich denke das ist das beste Training. Natürlich gehe ich auch noch joggen und ein bisschen Krafttraining mache ich auch.

Besonders wichtig ist mir auch die Unterstützung meiner Familie, meines Freundes, meines Mechanikers Bogo und seiner Frau Oda. Wenn ich anfange zu zweifeln, reden sie mir das ganz schnell wieder aus. Oder wenn es mal nicht so gut lief, reden sie mir immer gut zu. Das ist schon eine große Hilfe und gerade auf einem Rennen eine super Unterstützung.

 

Larissa Papenmeier und Ihr Team | Foto: YVYPYX

Larissa Papenmeier und Ihr Team | Foto: YVYPYX

 

Auf welche Rennen und Veranstaltungen in naher Zukunft freust Du Dich denn am meisten?

Nächstes Jahr soll unser erstes WM-Rennen in Indonesien sein. Wieder ein neues Land und etwas anderes. Ich hoffe ich kann an dem Rennen teilnehmen, da es schon echt teuer ist und das Budget für die restliche Saison quasi aufbraucht. 🙁

Wie geht es in Zukunft bei Dir weiter? Hast Du einen Traum, den Du verfolgst?

Ich will Weltmeisterin werden. Ich weiß es ist fast unmöglich wenn ich Vollzeit arbeiten gehe. Bisher ist es auch alles nur eine Idee, aber eventuell versuche ich es nächstes Jahr nochmal als Vollzeit-Profi, um richtig anzugreifen. Natürlich ist noch nichts sicher, da die Unterstützung eine große Rolle spielt. Aber wenn nicht jetzt… wann dann!? 😉

 

Larissa Papenmeier | Foto: YVYPYX

Larissa Papenmeier | Foto: YVYPYX

 

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